Freitag, 17. Dezember 2010

Puccinis Prekariat

La Bohème in Sichtweite von Hartz IV - eine Herbstreise nach Ulm, Kiel, Erfurt, Düsseldorf und Wuppertal.

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Die Gedanken sind frei

Die Kreativitätsbranche 1/4
UNISCENE-Kreativ-Report: Die Gedanken sind frei
Zuhause ist sie in der rechten Gehirnhälfte: die Kreativität. Doch wie geht man mit ihr in Studium und Beruf am besten um? Ist Kreativität erlernbar? UNISCENE stellt ideenverliebte Künstler und erfinderische Selbstständige vor, die ihre Kreativität als Motor für ihr Leben nutzen. Von Saskia Balke

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Künstler macht Hartz IV-Empfängern Mut zur Veränderung


Nordschwarzwald. Lamentieren ist nicht sein Ding. Als selbstständiger Stuckateurmeister weiß Mathias Schweikle, was es heißt, anzupacken und sich auf Veränderungen einzustellen.
Das ist auch sein Thema für ein geplantes Kunstprojekt, das er jetzt dem Bundestagsabgeordneten Hans-Joachim Fuchtel vorgestellt hat. Es greift die Diskussion um Hartz IV aus einem völlig neuen Blickwinkel auf und soll Mut zur Veränderung machen.
Denn wie einst die Harzer, Köhler oder Glasbläser im Schwarzwald auf gesellschaftliche oder technische Veränderungen in ihrem beruflichen Umfeld reagieren und sich neuen Aufgaben zuwenden mussten, so seien die Menschen über Jahrtausende immer wieder gezwungen gewesen, sich nach neuer Arbeit umzuschauen.
"Ich möchte diejenigen, die vom Hartz-IV-Topf abhängig sind, nicht schelten, aber sie motivieren, positiv zu denken und zu handeln", sagt der Künstler aus Pfalzgrafenweiler, der um Unterstützung für sein Werk wirbt und nach einem geeigneten Standort Ausschau hält.
"Weil es ja immer was aus dem Topf gibt"
Die Form seines Kunstwerks hatte Schweikle dem Parlamentarischen Staatssekretär bei der Bundesministerin für Arbeit und Soziales gleich mitgebracht. Aus den kleinen Har(t)z-IV-Töpfchen sollen vier Meter hohe werden, an denen unterschiedlich lange Birkenleitern angebracht werden. Sie stehen symbolisch für die unterschiedlichen Charaktere unter den Hartz-IV-Aspiranten: Der eine, dem es nie bis an den Rand reicht, um aus dem Vollen schöpfen zu können, und derjenige, der deutlich übers Ziel hinausschießt. Außerdem gibt es einige, die gar keine Lust haben, für Veränderung zu sorgen, "weil’s ja immer was aus dem Topf gibt!"
Bei der Suche nach dem passenden Weg, aus der Spirale der Abhängigkeit auszusteigen, kann der "Glasbläser Georg aus Bulbach" in Schweikles Augen Vorbild sein. Der junge Handwerker schnürte Mitte des 19. Jahrhunderts sein Rucksäckle, um von Baiersbronn aus zu Fuß nach Norddeutschland zu marschieren und dort sein Glück zu suchen. In der Heimat drohte ihm der Jobverlust; im hohen Norden wurde er sein eigener Chef.
"Viele könnten sich genauso verändern", ist der 48-jährige Künstler überzeugt. Und wie das Harz unter enormem Druck zu Bernstein werde, so vollbrächten Menschen unter Druck besondere Leistungen.
Für sich persönlich hat Mathias Schweikle längst den Grundsatz des Bundestagsabgeordneten Hans-Joachim Fuchtel zu eigen gemacht: "Nicht nur reden, sondern handeln." Deshalb soll das Kunstwerk, das mit den Jahren in seinem Kopf gereift ist, jetzt an exponierter Stelle Realität werden.
Der Bundestagsabgeordnete Hans-Joachim Fuchtel nannte das geplante "Mut-Machen-Projekt" "hochinteressant". Es sei sicher geeignet, die Diskussion zur Hartz-IV-Problematik in eine positive Richtung zu lenken. Kunst bedeute immer, die Gedanken ihres Schöpfers auf sich wirken zu lassen, um für sich selber daraus die passenden Schlüsse zu ziehen. Gesucht werden jetzt noch Unterstützer der Idee, wofür Fuchtel dem Künstler seine Hilfe zusagte.

quelle http://www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.calw-kuenstler-macht-hartz-iv-empfaengern-mut-zur-veraenderung.9000ef44-f620-49c7-98d3-fa6ef468833c.html
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GUTGEMEINTE RATSCHLÄGE DIE NICHT JEDEM KÜNSTLER HELFEN SIND WEHNACHTEN GERN GESEHEN UND WERDEN VON DER POLITISCHEN ZUNFT BEHERZT ANGEPACKT. IST DAS WIRKLICH HILFE?
KÜNSTLER DIE EINEUROJOBS ALS "REINIGUNGSKRÄFTE" DER NATION VERRICHTEN MÜSSEN, KÖNNEN MIT DER BEHERZTHEIT WENIG ANFANGEN.

arno´s art


Freitag, 3. Dezember 2010

Hartz-IV-Stipendium

Viele ­Kreative leben an der Grenze des Existenzminimums. Plädoyer für ein Grundeinkommen, das Autonomie gewährt - damit Werke wieder produktionskritisch sein können

Die Produktionsweisen der zeitgenössischen Kunst gleichen mitunter Manufakturen, wie man sie aus dem alten Verständnis von Handwerk kennt. Der Meister entwirft und die Künstlervasallen setzen die Ideen um. Ein System, in dem die Parameter der Ästhetik verdächtig nahe an die Wirtschaftlichkeit von Kultur rücken und in dem große Namen zählen sowie große Summen fließen. Nicht unähnlich verhält es sich im kommerziellen Galeriebetrieb: Der finanzielle Mehrwert und die Gewinnmaximierung bestimmen, was gute Kunst ist und was nicht – und die dazu gehörenden Künstlerfiguren, meist männlich und weiß, sind Protagonisten, die sich medial erzählen lassen. So kennt man Kunst nur in den Zusammenhängen des Marktes.

Jenseits des Glamours sieht das Künstlerleben anders aus. Wie das Interview mit Lisa Jugert, Künstlerin und Künstlerassistentin, im Freitag vom 27. Mai 2010 zeigt, ist es schwierig, eine eigene künstlerische Produktion zu gestalten.
Das allgemeine Verständnis der künstlerischen Autonomie beläuft sich zumeist nur auf thematische Freiheiten. Niemand kann Künstlerinnen vorschreiben, was sie zu entwickeln haben und mit welchen Methoden. Wenn ein Künstler zur Erhaltung der Grundbedürfnisse berufsfremden Tätigkeiten nachgehen muss, um dann die „Freizeit“ für die künstlerische Produktion zu opfern, ist er nicht frei im Sinne der künstlerischen Autonomie. Eine Art Grundeinkommen für Kulturschaffende könnte eine Lösung dieses Dilemmas sein – verbunden mit entsprechenden Anforderungen als Gegenleistung, etwa im pädagogischen oder sozialen Bereich wie der Kulturvermittlung. Erarbeitet werden müssten freilich Kriterien für die verschieden künstlerischen Disziplinen, nach denen entschieden würde, wer von einem solchen Grundeinkommen profitieren könnte. Mögliche Vergleichspunkte wären zum Beispiel eine gewisse Anzahl der Ausstellungen, Publikationen, Projekte, Organisation und ähnliches.

mehr http://www.freitag.de/kultur/1032-kunstproduktion-mit-hartz-iv-stipendium
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Donnerstag, 2. Dezember 2010

Am Anfang steht die Begegnung

Kunstprojekt stellt in Husum aus

Für Gertrud Wiedenmann ist Kunst vor allem eines: Begegnung. "Es gibt nichts Schlimmeres, als wenn sich elitäre Zirkel bei Sekt oder Champagner über Malerei unterhalten", findet die Kunsttherapeutin. "Für mich ist wichtig, dass zwischen der Kunst und den Menschen etwas passiert - dass es zur Begegnung kommt." Und so lautet auch der Titel einer Ausstellung, die am Sonntag, 5. Dezember, um 11.30 Uhr im Rathaus eröffnet wird und Menschen aus ganz unterschiedlichen Einrichtungen zusammenführt: Junge und Alte, Gesunde und Kranke, Profis und Laien, aber auch und vor allem solche, die mit Kunst davor noch nie etwas zu tun gehabt haben.

Die Idee entstand, als Wiedenmann, die in der Beratungs- und Behandlungsstelle des Diakonischen Werkes arbeitet, und die Leiterin des Mehrgenerationenhauses, Christiane von Ahlften, über Möglichkeiten eines Kunstprojekts im MGH nachdachten. Schnell kamen die beiden Frauen überein, dass ein solches Vorhaben umso Erfolg versprechender sei, je mehr Einrichtungen eingebunden würden. Partner waren schnell gefunden und mit ihnen auch ein Projekt-Name: "Begegnung". Neben der Brücke Schleswig-Holstein, der Husumer Insel und der evangelischen Kindertagesstätte am Meer in Schobüll, dem Frauenprojekt "Madonna" des Vereins "Land in Sicht" und dem Arbeitsprojekt "Möbel und Mehr" vom Diakonischen Werk bot auch die Theodor-Storm-Schule ihre Unterstützung an.

Mehr als ein Jahr beschäftigten sich Mitarbeiter und Klienten, Schüler und Kindergartenkinder mit dem Thema "Begegnung" und kamen - je nach Lebenssituation und persönlichem Hintergrund - zu ganz unterschiedlichen Ergebnissen. So berichtet Wiedenmann von einem psychisch und körperlich schwerkranken Mann, der es geradezu als Geschenk betrachtet, seine Arbeiten noch einmal im Rathaus sehen zu können.

Breiten Raum wird dort auch eine Sammlung von Engeln einnehmen, die "landläufige Vorstellungen von Götterboten aber lange nicht immer erfüllen wird", wie die Organisatoren versprechen. Überhaupt ist der Themen-Kanon der Ausstellung so reichhaltig und manchmal so erschütternd wie das Leben. So hat auch ein "Folter-" und ein "Hartz-IV-Stuhl" darin seinen Platz. Mit Helmut Zavecz fanden die Initiatoren zudem einen professionellen Fotografen und Fotografiker, der als Mitglied des Kunstvereins Husum und Umgebung so manche Tür aufstieß.

Die Schirmherrschaft für das Begegnungsprojekt hat Bürgermeister Rainer Maaß übernommen. Einführende Worte spricht HN-Redakteur Rüdiger Otto von Brocken. Jutta und Frank Pitann ("little green") werden die Eröffnung musikalisch einrahmen.

Unterstützt wird das Vorhaben vom MGH, dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, dem Europäischen Sozialfonds für Deutschland, der Nord-Ostsee-Sparkasse und der Volksbank-Raiffeisenbank eG Husum-Eiderstedt-Viöl. Die Arbeiten verteilen sich über alle drei Etagen des Verwaltungssitzes und bleiben bis zum 28. Januar dort.

In der Kunst sich selbst und anderen zu begegnen - das ist der tiefere Sinn dieses ambitionierten Projektes. Die Eröffnung am Sonntag ist dafür nur ein erster Schritt, dem weitere folgen dürften.



arno´s art

Wie und wann finden Künstler ihre Inspirationsquellen?

Sogar Gedächtnislücken können die Fantasie anregen
Nürnberg - Wie und wann finden Künstler ihre Inspirationsquellen? Zum Beispiel dann, wenn sie sich über etwas ärgern: Christine Nikol findet etwa das Wort „Bespielen“ in Zusammenhang mit Ausstellungen ganz schrecklich und hat diese Vorstellung mit dem großflächigen Werk „Der Künstler will nur spielen“ entsprechend in die Tat umgesetzt.

mehr http://www.nordbayern.de/nuernberger-zeitung/nuernberg-region/guteklasse-in-der-zentrifuge-1.356784
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arno´s art

Van Gogh



Wie jedermann sehne ich mich nach Gemeinschaft und Freundschaft,
nach Zuneigung, nach einem freundschaftlichen Gespräch, und da
ich weder aus Stein noch aus Eisen bestehe, kann ich diese Dinge
nicht gefühllos vermissen, wie jeder andere Mensch von Geist.
Ein fundamentales und tiefes Bedürfnis ist das. Ich sage dir das,
damit du weißt, wie wohl mir dein Besuch getan hat.
Vincent van Gogh

Donnerstag, 18. November 2010

Live Paiting Kunstmaler Karlsson



Es ist schwieriger, eine vorgefasste Meinung zu zertrümmern als ein Atom. Albert Einstein.

Willkommen auf der Homepage von Karlsson Fred. Als kreativer und leidenschaftlicher Kunstmaler möchte ich Eindrücke und Handwerk verbinden. Ein Bild ist schnell geschaffen, jedoch ist es jedem Künstler wichtig seine Gefühle zum Ausdruck zu bringen und dem Betrachter eine innere Auseinandersetzung mit dem Werk zu vermitteln. Menschen machen ihre positiven und negativen Erfahrungen: die einen nutzen die Sprache, die anderen Fotografie, Malerei, Musik oder Video, um sich entsprechend mitzuteilen. Die Art der Darstellung ist vielseitig und individuell, wie Sie hier bei einer Führung durch meine Galerie erfahren können. Am Ende angekommen, haben Sie die Möglichkeit Ihre Gefühle und Ihre Wahrnehmungen in meinem Gästebuch niederzuschreiben, worüber ich mich sehr freuen würde.

http://www.fredygalerie.de/

Montag, 15. November 2010

Abstrakte Kunst, Malerei, Ölbilder



kunstmalerei 27. September 2010
Ölbilder und abstrakte Malerei - Kunst von Martin Mißfeldt. Die Bilder entstanden 1989 / 1990 auf dem stillgelegten Bahngelände an der Yorkstraße. Sie zeigen die Natur - überwiegende Birken, die die verfallenen Bahngleise überwindet.
Mehr Kunst und Malerei hier: http://www.martin-missfeldt.de



Banksy



From the walls of Bristol was born a great artist by the name of Banksy.
Probably the most imaginative street artist to ever get hold of a can and brush.
Long Live Banksy

Samstag, 13. November 2010

Künstler unterstützen kostenlose Hartz-IV Beratung

Künstler unterstützen kostenlose Hartz IV Erwerbslosenberatung in Reutlingen

(Reutlingen, 13.11.2010) Bekannte regionale Künstler treten bei einer Benefizveranstaltung am 18 November 2010, Donnerstag um 19:30 Uhr (Einlass 19 Uhr) im Reutlinger Kulturzentrum franz.K auf. Karten im Vorverkauf oder an der Abendkasse. Für einen Preis von 13 Euro (8 Euro ermäßigt) bekommt man ein mehrstündiges, abwechslungsreiches Programm aus Kabarett und Musik geboten. Der Stuttgarter Kabarettist und AnStifter Peter Grohmann kontert zu Beginn mit satirischer Schärfe und hartem Biss die Ungereimtheiten unserer Tage. Seine Hiebe sitzen. Heiner Kondschak führt durch das laufende Programm, bei dem er selbst mit der kleinen Kapelle Wahrheiten, die schon immer einmal gesagt werden mussten, zum Besten gibt. „Herr Stilz seine Freunde„ hat eine feste Fan-Gemeinde in Reutlingen und bringt den Rock diesmal unplugged. Der DGB-Chor Zwischentöne wird zeigen, dass Chorgesang und politische Lieder sich gut ergänzen. Isabelle Kende-Bläubaum singt freche Chansons von Friedrich Holländer und Kurt Weill und wird dabei am Klavier von Karl Grüner begleitet.

Für den Erhalt und Ausbau der kostenlosen Erwerbslosenberatung in Reutlingen und Tübingen verzichten die Künstler auf ihre Gage. Der Erlös geht an die Organisationen Arbeiterbildung Reutlingen e.V. (ArBi) und Tübinger Arbeitslosentreff e.V. (TAT). Beide Vereine bieten schon seit Jahren eine kostenlose Sozialberatung und Hilfestellungen rund um das Thema Erwerbslosigkeit mit dem Schwerpunkt ALG II / Hartz IV an.

Rund 1500 persönliche und telefonische Beratungen im Jahr werden bei der ArBi mit ihrem niederschwelligen Angebot nachgefragt. Viele Ratsuchende kommen weil sie sich mit den bürokratischen Anforderungen nicht auskennen, die Rechtmäßigkeit der Kürzungen ihrer Leistungen nicht bewerten können oder durch Entscheidungen und Sanktionen in existentielle Notlagen kommen. Wie die laufende (anonyme) Befragung der Ratsuchenden bei der ArBi seit Mitte des Jahres bisher ergab, schätzen sie vor allem die vertrauensvolle Atmosphäre und die qualifizierte Beratung die sie hier erfahren. Viele kommen erst zur ArBi, wenn sie in einer Notlage sind oder sich Konflikte mit dem Job-Center zugespitzt haben. Dann hört man oft von Ihnen „Bei der ArBi habe ich wenigstens das Gefühl, dass man mir helfen will".

Die an 3 Vormittagen angebotene Beratung reicht für die steigende Nachfrage nicht mehr aus. Auch Anfragen aus dem Landkreis und von vielen Organisationen die mit Erwerbslosen im Kontakt sind, erfordern eine Ausweitung des qualifizierten und unabhängigen Beratungsangebotes. Deshalb wird nach Möglichkeiten gesucht, wie einerseits die Beratungsfrequenz erhöht werden kann und andererseits dass Beratungsangebot um angrenzende Felder, z.B. Kranken- und Rentenversicherung, psychologische Beratung etc. erweitert werden kann. Dazu wird an einem Konzept gearbeitet, wie eine Vergößerung des Angebotes refinanziert werden kann und parallel wird von der ArBi eine Vernetzung mit anderen Anbietern von Hilfsangeboten für Erwerbslose verfolgt.

Die neu eingerichteten Projektgruppen von Erwerbslosen mit Angeboten für Erwerbslose, um selbst aktiv zu werden und sich gegenseitig zu helfen, wird schon gut angenommen und es ist geplant diese Angebote auszuweiten. Spenden für eine Verstetigung und die notwendige Ausweitung des Beratungsangebotes werden auch in Zukunft gerne entgegengenommen: Kreissparkasse Reutlingen, Konto: 159 360, Bankleitzahl: 640 500 00 (pm)


quelle http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/kuenstler-unterstuetzen-kostenlose-hartz-iv-beratung-9800.php
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arno`s art


Dienstag, 9. November 2010

WEG MIT HARTZ IV – Kunst gegen Antidemokraten

Die Agenda 2010 (Hartz IV etc.) bedeutet die Schaffung einer rechtlosen Pariaschicht


Drauftreten - Bild: Bernd Rausch

Kommentar von Bernd Rausch

Die Agenda 2010 haben wir als Bruchstelle mit der sog. parlamentarischen Demokratie wahrgenommen. Das, was die Schröder-Regierung unter dem Diktat des Kapitals mit der Agenda 2010 auf den Weg gebracht hat, muss als nachparlamentarische Veranstaltung gesehen werden. Die Verpflichtung von 6 Millionen Staats – und Funktionsträgern auf die Agenda 2010 und somit die Verpflichtung dieser Trägerschicht zur Schaffung einer rechtlosen Pariaschicht bedeutet die Inkraftsetzung nachdemokratischer Verhältnisse. Die Außerkraftsetzung der Funktion der Massennmedien, der öffentlich-rechtlichen Medien und deren Funktionalisierung für den totalen Einsatz für Hartz IV, hat mehr mit einer Diktatur zu tun als mit einer parlamentarischen Demokratie. Es spielt da kaum eine Rolle, ob dies als Selbstverpflichtung der Medien geschieht oder als Verfügung einer Diktatur, denn vom Ergebnis her betrachtet bleibt es sich gleich. Agenda, Hartz IV und Riester Rente sind Ausdruck verschärften Klassenkampfes von Seiten des Kapitals, ohne dass den Kapitalisten eine Arbeiterklasse kampfbereit entgegentritt. Im Gegenteil: Die Sozialdemokraten und die sozialdemokratischen Gewerkschaften haben die Arbeiterklasse schutzlos dem Kapital ausgeliefert. Noch ein paar Worte zur Schaffung dieser rechtlosen Pariaschicht durch das Kapital und die parlamentarischen Parteien.

Erstens: Hatte Gerhard Schröder vielleicht die Buraku im Blick als er die Agenda auf den Weg brachte? Die Buraku sind eine diskriminierte Minderheit in Japan. Zwei bis drei Millionen Menschen zählen zu dieser Minderheit. Ihre Vorfahren wurden zwischen 1600 und 1871 von der japanischen Verwaltung zu unliebsamen Arbeiten verpflichtet. Bis heute sind ihre Nachkommen stark diskriminiert. Frauen und Männer aus Wohngebieten, in denen bekanntermaßen Buraku leben, oder deren Buraku-Herkunft in der amtlichen Registrierung nachgewiesen wird, finden kaum Arbeit. Eine Heirat mit einem Nicht-Buraku kommt häufig nicht zustande, weil es die bürgerliche Verwandtschaft verhindert. Ethnisch sind die diskriminierten Buraku Japaner.

Zweitens: Unsere Großeltern oder Urgroßeltern könnten uns davon berichten. Es fing so an: Heinrich Brüning, der vom 31. März 1930 bis zum 1. Juni 1932 Reichskanzler des Deutschen Reichs war, führte den’Freiwilligen Arbeitsdienst’ ein, so wie die SPD das jetzt vorhat. Die Nazis machten daraus dann 1935 den Reichsarbeitsdienst ohne Freiwilligkeit. Die weiteren Arbeitsprogramme der deutschen Nationalsozialisten sind bekannt.

http://www.ausstellung-rausch.de/Seiten07/Ausstellungsprojekte/Kapital_zerst%F6rt/Haupteingang.html
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Montag, 8. November 2010

130 Künstler präsentieren sich auf der Artthuer

Aufbau der Kunstmesse Arthuer: Ina Rex hilft ihrem Großvater Erich Enge beim Aufbau seines Standes. Foto: Alexander Volkmann
Mehr als 130 Künstler präsentieren sich ab Freitag auf der Thüringer Kunstmesse Artthuer. Zum siebten Mal findet diese Produzentenmesse, die als größte ihrer Art in Mitteldeutschland gilt, inzwischen statt. Insofern ist die Artthuer ein Marketinginstrument für die Künstler, um das geringe Salär aufzubessern.
Erfurt. Es ist erstaunlich, da geben beide Künstler Seminare an der Bauhaus-Universität Weimar, gar im gleichen Fachbereich, doch erst zum Gespräch mit unserer Zeitung sitzen sich Nina Lundström (Jahrgang 1971) und Winfried Bellmann (Jahrgang 1982) gegenüber. Im schmalen Büro des Landesverbandes Bildender Künstler (VBK) auf der Krämerbrücke berichten sie von ihrer Arbeit. Eher von Tücken des Alltags. In ihrem Metier wird man nicht reich.

Beide Künstler haben die Videokunst für sich entdeckt, die zum ersten Mal auf der Artthuer vorgestellt wird. Aus Sicht des Landesverbandes "wird es Zeit", dass dieser Kunstbereich mehr Aufmerksamkeit erhalte, berichtet Projektmanagerin Susanne Knorr. In einer Video-Lounge sind die Arbeiten zu sehen, deren Preise zwischen 150 Euro und 3000 Euro liegen. Nina Lundströms Installation mit dem Titel "Hibernate" (Winterschlaf) bewege sich zum Beispiel im oberen Preissegment. Nur wer mag das kaufen?

Nina Lundström bestätigt die Wahrnehmung: "Unter den Studenten ist es ein künstlerisches Medium wie jedes auch, nur leben kann man davon nicht." Gesammelt werde diese Kunst in Thüringen nicht. "Es gibt ohnehin nur institutionelle Sammler wie Museen, aber keine privaten Sammler", führt Nina Lundström aus. Gerade bei der performativen Form ihrer Videoaktionen habe sie keine Verkaufserwartungen.

So ist gerade am Beispiel einer Form wie der Videokunst die Misere abzulesen. Unter den an 120 Ständen angebotenen Werken der Malerei, Skulptur, Zeichnung, Druck- und Computergrafik, Fotografie, Schmuck und Objekten aus Keramik, Glas, Holz oder Metall, Textil dürfte Videokunst als besonders sperrig gelten. Das Klischee vom reichen Künstler, der Arbeiten für Millionen verkauft, in Thüringen ist es nicht zu finden.

Wie hoch das Einkommen ist, darüber gibt es nur Schätzungen. Bundesweit lag das Jahreseinkommen 2009 in der Bildenden Kunst bei 14 074 Euro. Künstlerinnen verdienen noch weniger, ermittelte die Künstlersozialkasse. Ihr Jahreseinkommen lag bei knapp über 10 000 Euro.

In Thüringen dürften die Zahlen niedriger ausfallen. Michaela Hirche, Geschäftsführerin des VBK Thüringen, räumt ein: "Wir erheben keine Daten über den Durchschnittsverdienst unserer Mitglieder." Auch der Bundesverband habe dazu keine repräsentative und aktuelle Erhebung. Das Einkommen als Berufsgruppe Künstler wird nirgendwo erfasst, berichtet Michaela Hirche. "Die Künstlersozialkasse ist wohl die Einrichtung, an der man noch am deutlichsten Grenzen ablesen kann." Das mindestens im Jahr zu erzielende Einkommen aus künstlerischer Tätigkeit, das eine Höhe von 3900 Euro haben muss, "ist für viele Künstlerinnen und Künstler eine hohe Hürde, sodass man davon ausgehen kann, dass der eigentliche Lebensunterhalt oft anderweitig bestritten werden muss".

Winfried Bellmann zum Beispiel erhielt vom Lindenau-Museum Altenburg ein Stipendium, für ein Filmprojekt. "Draußen" heißt der 160 Minuten dauernde Streifen über ein Findelkind, der 2011 fertig sein soll. Erste Ausschnitte sind auf der Artthuer zu sehen.


Ein Stipendium sei allerdings die Ausnahme, erklärt Winfried Bellman, der seit zwei Jahren Gastdozent an der Bauhaus-Universität Weimar ist. Das tägliche Brot verdient er mit Aufträgen für das Fernsehen. So hat er im vergangenen Jahr den Fernsehclip für die Ki.ka-Sommertour erarbeitet. Seit 2010 produziert er derartige Image- und Werbefilme selbst. Als ob es selbstverständlich wäre, gesteht er: "Ich verkaufe die Filme auf DVD." So ist der acht Minuten lange Kinder-Animationsfilm "Die neue Waschmaschine" für acht Euro zu haben.

Die Geschichte zweier risikobereiter Hamster, die ihr ultimatives Laufrad erobern, erhielt in jüngster Zeit zahlreiche Auszeichnungen. Erst vor wenigen Wochen eroberte er beim 72. World Festival of Non-professional Film, den Weltfestspielen des nichtkommerziellen Films der Unica, im Schweizer Einsiedeln eine Silbermedaille. Nur ernährt dieser Ruhm noch nicht.

Der Preis im Videobereich, lehrt es Nina Lundström ihren Studenten, richte sich nach der Höhe der Auflage. "Aber man muss auch die Zeit für die investierte Arbeit berücksichtigen."

Winfried Bellmann sagt zum Projekt "Draußen": "Das ist ein reiner Festival-Film." Was man wohl so auslegen kann, dass dem Film kein kommerzieller Erfolg beschienen sein wird. Es klingt sehr ernüchternd.

quelle http://www.thueringer-allgemeine.de/startseite/detail/-/specific/130-Kuenstler-praesentieren-sich-auf-der-Artthuer-1924842814
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arno`s art

Donnerstag, 4. November 2010

Aufruf zu Aktionen und zivilen Ungehorsam - Gegen Hartz IV: Ich bin dabei!



Die Künstlergruppe Kolzo ruft auf zum Widerstand gegen die Hartz IV Gesellschaft. Hartz IV ist Rassismus gegen Joblose, Arme, Alleinerziehende, Alte, Kinder und Kranke.
Die Künstlergruppe Kolzo ruft zum Widerstand gegen die Hartz IV Gesellschaft in Deutschland auf. Hartz IV Geld und Hartz IV Zwangsarbeit haben Millionen Menschen in diesem Land um ein menschenwürdiges Leben gebracht.
Acht Millionen Menschen in Deutschland sind Hartz IV Bezieher. Vierunddreißig Prozent aller Hartz IV Bezieher wurden mit den Methoden von Hartz IV psychisch krank gemacht.

Keine der im Bundestag vertretenen Parteien (auch Die Linke nicht) setzt sich für die Abschaffung der Menschen zerstörenden Hartz IV Maßnahmen ein.
Die Künstlergruppe Kolzo ruft die Bevölkerung auf, Protestaktionen zu
unterstützen, sich daran zu beteiligen und Aktionen und Widerstand gegen die Hartz IV Methoden zu organisieren. Wir die Künstlerinnen und Künstler rufen zum zivilen Ungehorsam auf.

Die korrupte Fälscherei der Arbeitslosenzahlen von 4,5 Millionen auf unter 3 Millionen (Oktober 2010) durch die Bundesregierung, das
Arbeitsministerium und die Arbeitsagentur schaffen Wut und Hass. Wir dürfen nicht die systematische Zerstörung von Millionen Menschen akzeptieren und so tun als ginge uns das nichts an.

Gegen Hartz IV: Ich bin dabei!

Künstlergruppe Kolzo weitere Infos
www.ausstellung-rausch.de/Gegen_die_Banalit%E4t/Kolzo_Mitwirkende.htm

Astrid Benn, Bernd Rausch, Marcel Mack, Ulf Fischer, Ulla Frei, Z1M3


PS.: Wir freuen uns, wenn Sie diesen Aufruf unterstützen, auf ihrer Homepage verbreiten, an Freunde und Bekannte weiterleiten und an Presseorgane senden.

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Künstler und Überlebenskünstler

Osnabrück. „5 Jahre Hartz IV“ – diese Zeitspanne wird nun künstlerisch im Gewerkschaftshaus am August-Bebel-Platz dokumentiert. Sieben Künstler haben mit Hartz-IV-Empfängern und Passanten in Workshops und öffentlichen Aktionen Werke erarbeitet, die in dem Haus bis zum 6. Dezember zu sehen sind.

„Endstation“ steht auf einer Rolle in der Säulen-Installation „Von der Rolle – auf der Rolle: Menschen im Hartz-IV-Dschungel“ von Reinhard Dasenbrock. Während der Kulturnacht am 28. August sollten Passanten ihre Gedanken zu dem Konzept aufschreiben, das vom ehemaligen VW-Manager Peter Hartz entwickelt wurde. Seit dem 1. Januar 2005 schreibt es die Zusammenführung von Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe auf einem Niveau unterhalb der bisherigen Sozialhilfe vor. Ein Hingucker mit doppeldeutiger Aussage ist die „soziale Hängematte“ von Beate Lucas, die aus Plastiktüten von Discountern besteht. Die Idee sei entstanden, weil sie Jugendliche oft mit Einkaufstüten von Billig-Läden gesehen habe, sagte sie am Montagabend bei der Vernissage der Ausstellung im Gewerkschaftshaus. Die Künstlerin arbeitet mit sozial benachteiligten Kindern und Jugendlichen in Rheine. Bequem liegen kann übrigens niemand in der „sozialen Hängematte“. Dafür ist sie nicht tragfähig.
Neben Beate Lucas und Reinhard Dasenbrock sind die Künstler Jens Raddatz, Franz Greife, Jelena Reinert, Tina Schick und Angelika Klemme an dem Projekt beteiligt. Es wurde vom Bund Bildender Künstler (BBK), von der Arbeitslosenselbsthilfe (ASH) und dem Verdi-Erwerbslosenausschuss realisiert.
Am Anfang stand die Überlegung, mal etwas anderes zu machen, um auf die Hartz-IV-Misere aufmerksam zu machen, so Heinrich Funke von der ASH. „Viele Künstler sind auch Überlebenskünstler“, sagte er. „Daher sind uns die Gedankenwelten nicht fremd“, meinte Jens Raddatz. Es sei nur ein Glückszufall, dass die beteiligten Künstler nicht von Hartz IV leben müssten. Jelena Reinert merkte kritisch an, dass sich ganz wenige Osnabrücker für das Thema interessiert hätten, als sie ihre Vernetzungsaktion am 11. September auf dem Marktplatz durchgeführt habe. Sie und einige andere Künstler berichteten, dass sie sogar während der Kunst-Aktionen von Passanten angepöbelt wurden, als diese erkannt hätten, dass es um das Thema Hartz IV geht.
quelle http://www.noz.de/lokales/48866580/kuenstler-und-ueberlebenskuenstler

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Sonntag, 24. Oktober 2010

KUNST SCHAFFT LEBENDIGE KULTUR - DIE NIEDERLÄNDER HABEN DAS VERSTANDEN

Ein Grundeinkommen für Künstler im weitesten Sinne gibt es schon!

Wo? Natürlich in den Niederlanden!
Liebe Blogger,

eigentlich habe ich nicht viel Zeit, aber ich muss mich doch kurz in die aktuelle Debatte über das "bedingungslose Grundeinkommen" einmischen, betrifft ja irgendwie auch meine Zukunft.  In den Niederlanden kann man, wenn man nachweisen kann, dass man Künstler ist, vier Jahre lang Unterhalt bekommen.  Als Künster gilt man, wenn man an einer einschlägigen Kunstakademie studiert hat oder nur 1200 Euro per Jahr mit "Kunst" verdient.  Schade, dass es sowas nicht in Deutschland gibt, hier ist es ja schon fast ein Ding der Unmöglichkeit in die KSK rein zu kommen.  Auf jeden Fall verbleiben weger der "WIK" bzw. der Aussicht auf das "staatsstpendium" viele meiner deutschen Künstlerfreude, trotz beengter Wohnsituation, lieber in den Niederlandenden.
Ich werde jetzt gar nicht weiter auf dieses Thema eingehen finde aber den Ansatz "gesellschaftliche Beteiligung als Vorraussetzung für ein Grundeinkommen", dargelegt im folgenden PDF (Seite 348 - 350) als Zwischenschritt überlegenswert. Vor allem weil man dann die Debatte über: "Dann geht doch keiner mehr arbeiten" hinter sich lassen könnte.
MEHR http://www.freitag.de/community/blogs/verdinglichung/ein-grundeinkommen-fuer-kuenstler-im-weitesten-sinne-gibt-es-schon-
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Samstag, 23. Oktober 2010

Armut und Arbeitslosigkeit bei Künstlern

Vom Umgang mit Armut und Arbeitslosigkeit bei Künstlern
- Im Interview mit einer Berliner Malerin -

Van Gogh, Rembrandt und Gauguin starben arm und schritten zum Teil auch schon arm durchs Leben. Vereinsamt, vergessen, verkannt und verrückt - diese Attribute vereinen sich oft bei der Beschreibung Kunstschaffender. Der Künstler als am Leben Verzweifelnder, dem nichts so fremd ist, wie der Gedanke an Geld. Der Beitrag geht dieser Charakterisierung auf den Grund, u. a. durch ein Interview mit einer Berliner Malerin.


2. Der arbeitslose Künstler

Kunst versteht sich als Initiator von bleibenden Eindrücken. Sie baut auf die

Gefühle des Menschen, auf Träume und Wünsche. Sie wird individuell erschaffen,

ist jedoch immer nur in ihrer Außenwirkung relevant. Kunst spiegelt die Menschen

als Einzelwesen und Teil einer Gesellschaft wodurch sie zum Allgemeingut und

immateriellen Güterträger avanciert. Sie nährt also den Menschen auf ihre Art.

Es stellt sich jedoch die Frage, wovon Kunstschaffende leben, die von ihrer Kunst

allein nicht leben können. Dass für sie Kunst zum Überleben dazugehört, oder ihre

eigene Kunst als wichtiger Bestandteil eines lebenswerten Lebens dargestellt wird,

wird hierbei nicht bewertet, als vielmehr akzeptiert.

Der Anteil der Sozialhilfeempfänger an der Bevölkerung hat sich laut dem

Statistischen Bundesamt in den vergangenen vierzig Jahren mehr als verdreifacht.

Ende 2002 waren es 2,757 Millionen Empfänger. Dies wird zum einen erklärt

durch die hohe Arbeitslosigkeit aufgrund der schlechten Wirtschaftslage zum

anderen durch die Zunahme an Alleinerziehenden Müttern. Bei den arbeitslos

Gemeldeten zeigt sich ein Trend zur Langzeitarbeitslosigkeit. Deren

durchschnittliche Arbeitslosigkeit dauert 34 Monate, also knapp drei Jahre.

So weit die allgemeinen Zahlen. In Deutschland gibt es jedoch bislang keine

einheitliche Statistik, die die soziale und wirtschaftliche Situation von

Kunstschaffenden wirklichkeitsgetreu abbildet. Was freie Künstler wirklich

verdienen, lässt sich seriös nicht einmal schätzen. Verlässliche Größen wie

Monatsgehalt, geleistete Wochenarbeitszeit oder abgeführte Steuern sind nicht wie

in anderen Berufsfeldern messbar. Kennzeichnend sind eher temporäre

Engagements, unregelmäßige Verkaufserlöse, Phasen der faktischen

Arbeitslosigkeit oder nichtkünstlerischen Nebenbeschäftigung. Der jährliche

durchschnittliche Bruttoverdienst von freien Künstlern in Deutschland betrug in

2002 laut der Künstlersozialkasse (KSK) 10.200 Euro3. Über die KSK sind

Künstler kranken-, pflege und rentenversichert. Die Höhe der

Sozialversicherungsbeiträge wird anhand einer Einkommensschätzung durch den

Versicherten für das kommende Beitragsjahr ermittelt und kann von der KSK

kaum auf Plausibilität geprüft werden, da es sich nur um erwartete zukünftige

Einnahmen handelt. Je niedriger der Wert angegeben wird umso geringer sind die

Sozialabgaben, was ebenfalls zu einer Fehlerquelle in der Bestandsaufnahme

führen kann. Das ermittelte Durchschnittseinkommen von Künstlern ist daher

keine verlässliche Größe.

Angaben zur Arbeitslosigkeit von Künstlern sind ebenfalls problematisch,


da es häufig zu kurzfristigen Engagements kommt, sie daher in keiner Statistik des

Arbeitsamtes geführt werden oder sie nicht als Künstler arbeitslos gemeldet sind,


was sie ebenfalls unerfassbar macht.


Der arbeitslose Künstler ist ein Problem für das Arbeitsamt. Können Schauspieler


vielleicht noch über die Künstlerdienste vermittelt werden, so ist es bei einem


Maler oder Schriftsteller schon fast auszuschließen, dass man ihm eine


dementsprechende Stelle anbietet. Wird eine Umschulung, die zu einer besseren



Vermittelbarkeit führen könnte, abgelehnt, ist eine Entwicklung hin zur


Langzeitarbeitslosigkeit bzw. in die Sozialhilfe vorprogrammiert. Und somit der


kritische Weg in die lebenslange staatliche Versorgung, was bedeutet, dass einzig


eine monetäre Grundversorgung sichergestellt wird.

Um Einblicke in die Problematik bzw. denn Alltag nicht etablierter

Kunstschaffender zu bekommen, führte ich ein Interview mit einer Berliner

Malerin, die seit 12 Jahren arbeitslos gemeldet ist.

alles lesen http://www.armutszeugnisse.de/themen/themen_07.pdf
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Mittwoch, 20. Oktober 2010

Künstler mit Hartz IV gesucht!

Künstler "mit" Hartz IV gesucht!
Seit einigen Jahren arbeite ich in der freien Kunst- und Filmszene. Dabei beobachte ich eine schleichend perfide Diskussion über Hartz IV-Empfänger/Innen. Ich kann mich des unangenehmen Eindrucks nicht erwehren, dass der Staat so tut, als müsse er großzügig als Almosengeber seinen Untertanen gegenüber auftreten und diesen permanent "nichtstuendes Schnorrertum" unterstellt. Ich bin zu tiefst davon überzeugt, dass der Mensch als humanes Wesen in seiner Grundstimmung kreativ veranlagt ist.

Ich organisiere seit nunmehr 5 Jahren das steig wachsende „Festival des gescheiterten Films“. Meine Erfahrungen haben mich gelehrt, ein wenig demütiger mit Menschen umzugehen, die in der High-End-Vermarktung - z.T. bewusst/absichtlich - durch die Maschen gefallen sind. Weiter musste ich feststellen, das unter den Filmemachern/ Drehbuchautoren und vor allem Künstlern viele Hartz4-Empfänger ihr Dasein fristen und gleichzeitig, ob ihres geringen Einkommens gesellschaftlich-kulturelle Arbeit leisten.

Nun kam ich auf die Idee, dass einmal profund zu dokumentieren. Ich glaube nämlich, das unsere Gesellschaft, vielleicht nicht unmittelbar finanziell, so doch über weiter gedachte Wege bis hin zur Hochkultur ihren Mehrwert durch diese „Basis-Arbeit“ um ein vielfaches zurück bekommt. Ja, ich behaupte: Hartz IV ist auch Kulturförderung und Investition und dass die durch Hartz IV erlangte freigestellte Kreativität eines der Säulen unser demokratisch gesinnten Kultur ist. Nun suche ich "Hartz4ler", die bei dem Projekt mitmachen und sich und Ihre Arbeit präsentieren.
quelle http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/0344e19bad0ff4a04.php

DER ARTIKEL IST VON 2009, DIE IDEE IST HEUTE UM SO AKTUELLER.
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Die bildende Kunst der Gegenwart

Die bildende Kunst der Gegenwart
Die rasche Entwicklung und die Vielfalt der Moderne haben die nachfolgenden
Generationen von Künstlern in eine schwierige Lage gebracht.
Denn um ins Geschäft zu kommen, muß man
aber heute ähnlich wie Picasso oder Beckmann malt, fällt nicht auf
ein Epigone unter vielen.
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arno`s art


Dienstag, 19. Oktober 2010

HARTZ IV VERWEIGERER


HARTZ IV NEIN DANKE SONST BIN ICH NACKT WIE GOTT MICH SCHUF!

Grundeinkommen für Künstler

Grundeinkommen für Künstler
Rosa-Luxemburg-Stiftung widmet sich dem Wandel der Kulturproduktion
Die Gesellschaft ändert sich. In der Arbeitswelt werden zunehmend die bekannten Strukturen aufgelöst. Netzwerkartige und nur aufmittelfristige Projekt bezogene Systeme entstehen selbst in solchen tradierten Industriezweigen wie der Autoindustrie. Diese Verflüssigung, wie dieser Prozess von der Publizistin Adrienne Goehler beschrieben wird, erinnert viele Beobachter an die flexiblen Strukturen der künstlerischen Produktion.

Ein Symposium des Kulturforums der Rosa-Luxemburg-Stiftung versuchte am Wochenende, diesen Wandel der Gesellschaft in Richtung Kunst- und Kulturproduktion zu analysieren und gleichzeitig die Auswirkungen auf den Kultursektor in den Blick zu nehmen. Die in den Roten Salon der Volksbühne eingeladenen Experten zeichneten ein durchaus differenziertes Bild.

Der Kulturhistoriker Wolfgang Ruppert verwies darauf, dass Künstler schon länger prekär gelebt hätten. Nur einem geringen Teil der Absolventen von Kunstakademien sei es seit dem 19. Jahrhundert gelungen, sich von ihrer künstlerischen Tätigkeit zu ernähren, sagte er. Herbert Mondry vom Berufsverband Bildender Künstler steuerte aktuelle Zahlen für das überkommene Elendspanorama bei: 50 Prozent aller Bildenden Künstler verdienen nicht mehr als 500 Euro monatlich. Eine Abwärtstendenz für Tänzer und Schauspieler angesichts der zunehmenden Etatkürzungen für Theater konstatierte sogar die Tänzerin und ver.di-Aktivistin Miriam Wolff.

Die Soziologin Alexandra Manske systematisierte mit einer Studie über den Wandel der Kulturproduktion diese aus einzelnen Bereichen stammenden Beobachtungen. Sie stellt zwar eine Zunahme der Beschäftigung im Kultursektor fest. Dieser Zuwachs ist jedoch von einer starken Prekarisierung geprägt. Die Arbeitsverhältnisse sind in der Regel ungesichert. Einzelunternehmer überwiegen. Zwischen ihnen herrscht eine Art Konkurrenz, die nur den Sieger belohnt, den Unterlegenen aber leer ausgehen lässt. Verschärfend komme hinzu, dass die überkommenen sozialen Sicherungssysteme (KSK, ALG) veraltet sind.

Als Waffe gegen die Verschlechterung der Produktionsbedingungen schlug der Publizist Philipp Albers vor, »Komplizenschaften unter Gleichgesinnten« zu gründen. Dadurch sollten die Lasten der Projektarbeit verteilt und sogar in Genüsse verwandelt werden.

Die frühere Berliner Kultursenatorin Adrienne Goehler plädierte hingegen für eine radikale Umsteuerung. Sie forderte das bedingungslose und Existenz sichernde Grundeinkommen für alle. Das würde die Kreativen vom unmittelbaren Verwertungszwang befreien und ihnen bessere Gelegenheit zur schöpferischen Tätigkeit bieten. Manske wies jedoch darauf hin, dass das Grundeinkommen besondere Fähigkeiten zur Gestaltung des eigenen Lebens voraussetze. Für hoch qualifizierte Geringverdiener hielt sie das Grundeinkommen daher sinnvoll. Bei bereits jetzt Marginalisierten befürchtete sie durch die dann mangelnde Notwendigkeit zur Erwerbsarbeit eine noch radikalere Abkopplung.

quelle http://www.neues-deutschland.de/artikel/161076.grundeinkommen-fuer-kuenstler.html
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Montag, 18. Oktober 2010

Vincent 1/8 van Gogh - Der Maler der Armut und des Lichts - Kunst - Maler

GROSSE VORBILDER

Vincent van Gogh
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
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Selbstbildnis (1887)

SignaturVincent Willem van Gogh [ɡɔx, niederländisch ɣɔx] (* 30. März 1853 in Groot-Zundert (heute: Zundert) bei Breda, Niederlande; † 29. Juli 1890 in Auvers-sur-Oise, Frankreich) gilt als einer der Begründer der modernen Malerei. Er hinterließ (nach gegenwärtigem Wissensstand) 864[1] Gemälde und über 1000 Zeichnungen, die allesamt in den letzten zehn Jahren seines Lebens entstanden sind. Sein Hauptwerk, das stilistisch dem Post-Impressionismus zugeordnet wird, übte starken Einfluss auf nachfolgende Künstler, vor allem die Fauves und Expressionisten, aus. Während er zu Lebzeiten nur wenige Bilder verkaufen konnte, erzielen seine Werke seit den 1980er-Jahren bei Auktionen Rekordpreise. Darüber hinaus hat der Maler einen umfangreichen Briefwechsel geführt, der eine Fülle von Hinweisen auf sein malerisches Werk enthält und selbst von hohem literarischem Rang ist.
mehr http://de.wikipedia.org/wiki/Vincent_van_Gogh